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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Berlin

30.11.2007
Umfrage: Senioren fühlen sich im Supermarkt allein gelassen

Das Einkaufen im Supermarkt muss seniorenfreundlicher werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Umfrage „Supermarkt - alles super?“ der Verbraucherzentralen und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) mit 3.326 Teilnehmern, die im ersten Halbjahr 2007 durchgeführt wurde.

Viele Ältere (61 %) fühlen sich im Supermarkt alleingelassen. Ihnen fehlt ausgebildetes und hilfsbereites Personal für einen problemlosen Einkauf. Das kritisieren überproportional häufig Menschen, die bei Real, Netto, Plus oder Aldi einkaufen. „Hier rächt sich, dass immer mehr Personal im Einzelhandel abgebaut oder durch Hilfskräfte ersetzt wird“, kommentiert Christoph Römer von der Verbraucherzentrale Berlin das Ergebnis.

Die zweitwichtigste Beschwerde bei den Befragten ist die fehlende Kundentoilette (55%) - deutlich über dem Durchschnitt bei Aldi und Lidl – vor den schwer zu lenkenden Einkaufswagen (52%). Diese sind laut Umfrage häufig bei Real vorhanden. Aber auch der fehlende Platz hinter der Kasse (48%) oder die zu hoch gestapelten Waren im Regal (47%) können den Einkauf für Senioren zur Tortur machen.

Kaum weniger bemängelt wurden fehlende Sitzplätze (43%) und die unleserlich kleine Preisauszeichnung (42%). „Wer keine Rücksicht auf die Bedürfnisse der Älteren in der Gestaltung der Supermärkte nimmt, wird weniger erfolgreich sein, denn die Zahl der alten Menschen steigt stetig“, so Römer.

Für die Supermärkte Aldi (25%), Edeka (19%) und Rewe (16%) wurden am häufigsten eine „Beschwerdekarte“ ausgefüllt, was sicherlich auch auf deren hohen Marktanteile im deutschen Einzelhandel zurückzuführen ist. Auf die Frage, welches der seniorenfreundlichste Supermarkt ist, bekam Edeka (27%) mit Abstand die meisten Stimmen. Vor allem wurde Edeka in Bezug auf den Personalschlüssel gegenüber den Konkurrenten von den Senioren am wenigsten kritisiert.

Die Teilnehmer wurden zudem nach Verbesserungsvorschlägen befragt. So fordert ein Großteil der Senioren, dass die Waren nicht so häufig umgestellt, seniorengerechtere, kleinere Packungsgrößen angeboten und die Wartezeiten durch personell besser besetzte Kassen verkürzt werden. „Die Hektik und der Zeitdruck beim Bezahlen und Einpacken an den Kassen - besonders bei Discountern - macht vielen Senioren zu schaffen“, sagt Dr. Guido Klumpp, Geschäftsführer der BAGSO, „und führt zu Stressmomenten beim Einkauf.“

Aus den Ergebnissen der Umfrage wird deutlich, dass die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren im Einzelhandel zu wenig Beachtung finden, deshalb fordern die Verbraucherzentralen und die BAGSO zur Verbesserung der Einkaufssituation:

· Mehr fachkundiges und hilfsbereites Personal in den Supermärkten, das den Kundinnen und Kunden beim Einkaufen behilflich ist
· Bessere Besetzung der Kassen und die Einrichtung spezieller Kassen mit Einpackhilfen
· Kundentoiletten und Sitzplätze zum Ausruhen in jedem Supermarkt
· Bessere Beschilderung der Warenbereiche und größere Schrift zur Kennzeichnung der Waren, besonders auch der Preise
· Zusätzliche, kleinere Einkaufwagen.

„Von den Verbesserungen profitieren alle Verbraucherinnen und Verbraucher, denn was seniorenfreundlich ist, kommt auch allen anderen Generationen zugute“, so Klumpp.

Den ausführlichen Bericht zu der Umfrage finden Sie im Internet unter Link öffnet in neuem Fensterwww.fitimalter.de oder Link öffnet in neuem Fensterwww.bagso-vf.de.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Berlin e.V., Hardenbergplatz 2 , 10623 Berlin
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-berlin.de/link487311A.html