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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Berlin

09.10.2007
Schwefel im Wein – muss das sein?

Immer öfter findet sich auf Weinetiketten der Hinweis „enthält Schwefeldioxid“ oder „enthält Sulfite“. Seit der Änderung der Lebensmittel-Kennzeichnungsvorschriften im November 2005 muss der Zusatz von mehr als 10 Milligramm Schwefeldioxid pro Liter Wein gekennzeichnet werden, darauf weist die Verbraucherzentrale Berlin hin. Nur Weine, die vor diesem Zeitpunkt hergestellt wurden, sind von dieser Pflicht ausgenommen.

Wichtig ist die Kennzeichnung in erster Linie für Allergiker und Menschen, die empfindlich reagieren. Die meisten Menschen vertragen die im Wein enthaltenen Schwefeldioxidmengen ohne Probleme. Einige reagieren jedoch sehr empfindlich darauf. Sie leiden unter Kopfschmerzen, Übelkeit oder Hautreizungen, auch wenn sie nicht zu tief ins Glas geschaut haben. Sulfitallergiker können bereits auf minimale Mengen an Schwefel mit asthmatischen Beschwerden reagieren. Sie sollten Wein und auch andere Lebensmittel mit Sulfitzusatz, wie Trockenfrüchte, daher meiden.

Der Zusatz von Schwefel im Wein ist nicht neu. Er wird traditionell eingesetzt, um die Haltbarkeit von Wein zu verbessern. Schwefel unterdrückt das Wachstum von Mikroorganismen und bindet geschmacklich unerwünschte Nebenprodukte der Gärung. Außerdem verhindert er Oxidationsprozesse, die unter anderem zu einem vorzeitigen Braunwerden führen. Ohne Schwefeln verliert der Wein an Frische und Bukett und nimmt einen eigenartigen, breiten Geschmack und Geruch an. Schwefel wird in Form von Schwefeldioxid zugesetzt. Doch auch bei der Gärung von Wein entstehen immer geringe Mengen Schwefeldioxid.
Für Wein, Perlwein, Schaumwein, Sekt und ähnliche Getränke gibt es gesetzlich festgelegte Höchstgrenzen für Sulfit im Wein. Je nach Weinsorte sind dies zwischen 160 mg pro Liter für Rotwein und 400 mg pro Liter für Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein. Beim Bio - Anbauverband Bioland sind maximal zwei Drittel der gesetzlichen Höchstmengen an Schwefeldioxid erlaubt. Die anderen ökologischen Anbauverbände empfehlen ihren Winzern ebenfalls, deutlich weniger Schwefel zu verwenden. Mit der Faustregel „Lieber rot als weiß und besser trocken als lieblich“ lässt sich die Schwefelmenge in Grenzen halten.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Berlin e.V., Hardenbergplatz 2 , 10623 Berlin
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-berlin.de/link487511A.html