Die Verbraucherzentrale Berlin hat erneut versucht, Licht ins Dunkel der Bankgebühren zu bringen. Zum 21. Mal wurde eine Untersuchung über die Preise der Kontoführung für private Girokonten am Bankplatz Berlin durchgeführt. Insgesamt 30 Institute (22 Filialbanken, 8 Direktbanken) haben sich daran beteiligt. Einbezogen wurden auch Sparkassen in der Region.
Stand der Erhebung ist der 1. April 2007.
Fazit: Die Preisunterschiede sind wieder erheblich. Zwischen 0 € und 335,12 € im Jahr kostet ein Girokonto den Verbraucher. Bei der letzten Untersuchung (Stand: 01.06.2006) lag die Preisspanne zwischen 0 € und 270,64 € jährlich.
Aber was den Preis betrifft, gibt es auch Girokonten zum Nulltarif. 24 Kreditinstitute bieten kostenlose Kontoführung an. Bei der letzten Untersuchung waren es 17. Allerdings muss der Kunde in den meisten Fällen bestimmte Bedingungen erfüllen, so z. B. das Konto ausschließlich per PC oder Telefon führen. Andere Banken fordern einen regelmäßigen Geldeingang in bestimmter Höhe oder ein vorgegebenes Durchschnittsguthaben. Nur bei 4 Instituten ist diese kostenlose Kontoführung an keine Voraussetzungen gebunden. Kostenlose Kontoführung bedeutet: Die Institute verlangen keine monatliche Grundgebühr für das Girokonto und die EC-Karte ist gratis. Die Kreditkarte kostet aber oft extra.
Wer nicht die Voraussetzungen für eine kostenlose Kontoführung erfüllt, muss den „Normaltarif“ zahlen. Wieviel er beträgt, ist wegen der unterschiedlichen Abrechnungsmodelle der Banken nur schwer zu durchschauen. Um die Preise vergleichbar zu machen, wurden daher zwei Modellkonten gebildet und der Jahrespreis der Kontonutzung errechnet. Das eine Modellkonto wird klassisch über die Filiale geführt (Filialkunde), das andere online per PC (Onlinekunde). Die Anzahl der Kontenbewegungen ist bei beiden gleich. Der Filialkunde tätigt seine Überweisungen per Beleg, der Onlinekunde am Computer.
Hier einige Preisbeispiele:
Filialkonten
Spitzenreiter der Untersuchung sind die PSD-Bank Berlin-Brandenburg und die Sparda-Bank Berlin. Bei beiden Instituten ist die Kontoführung kostenlos, EC- und Kreditkarte eingeschlossen. Bei der Sparda-Bank Berlin muss der Kunde einen Genossenschaftsanteil erwerben, zumindest wenn er einen Dispositionskredit oder eine EC-Karte bzw. Kreditkarte möchte.
Preiswert sind auch die Degussa Bank mit 23,00 €, die BB Bank mit jährlich 30,00 € und die Isbank mit 30,68 € Jahrespreis.
Am teuersten ist die Citibank (Girokonto mit Einzelabrechnung), die pro Jahr 335,12 € verlangt (Giro Plus: 229,20 €, unter bestimmten Voraussetzungen auch kostenlose Kontoführung).
Onlinekonten
Spitzenreiter bei den Onlinekonten sind die Deutsche Kreditbank, die ING-DiBa, die Sparda-Bank Berlin und die Wüstenrot Bank. Bei diesen Instituten ist die Kontoführung kostenlos, auch EC- und Kreditkarte müssen nicht extra bezahlt werden.
Am teuersten ist die Citibank (Girokonto mit Einzelabrechnung), die einen Jahrespreis von 228,47 € verlangt (Girokonto Plus 109,20 € pro Jahr, unter bestimmten Voraussetzungen auch kostenlose Kontoführung.
Die Preisbeispiele gelten nur für die Modellkunden. Wer sich beim Modellkonto nicht wiederfindet, kann anhand der Einzelpreise, die ebenfalls abgebildet sind, den Jahrespreis für sein Konto individuell berechnen.
Wer bei seiner Bank zu viel zahlt, sollte den Wechsel nicht scheuen. Die Auflösung eines Girokontos ist übrigens jederzeit ohne Kündigungsfrist möglich. Eine Kontoauflösungsgebühr ist unzulässig. Bei derselben Bank kann es mehrere Kontomodelle geben. Vor einem Wechsel sollte man daher prüfen, ob die eigene Bank noch günstigere Abrechnungen anbietet.
Wichtig ist auch, ob und an wie viel Automaten der Kunde kostenlos Bargeld abheben kann.
Der Preisvergleich „Was Konten kosten“ ist für 2,50 € in der Verbraucherzentrale erhältlich. Bei Versand entstehen 1,45 € Portokosten zusätzlich.
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

