Vitamintabletten gehören natürlich nicht in die Schultüte! Darauf weist die Berliner Verbraucherzentrale aus Anlass der Einschulung in dieser Woche hin.
Auf die mit der Einschulung zunehmenden Herausforderungen wollen Eltern ihre Kinder optimal vorbereiten. In Gesundheitsmagazinen und Ratgebern warnen Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln vor einer Unterversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen und motivieren so zum Kauf. Eine ausgewogene Ernährung liefert jedoch bereits alle erforderlichen Nährstoffe und macht solche Präparate unnötig, sie helfen nur gegen das schlechte Gewissen der Eltern.
Vitaminpräparate werden Kinder meist in Form von Bonbons, bunten Kapseln oder süßen Säften angeboten, so können diese leicht verleitet werden die empfohlene Einnahmedosis zu überschreiten. Weiterhin besteht die Gefahr Schulanfänger früh an die Einnahme von Tabletten als Problemlöser zu gewöhnen, statt eine ausgewogenes Ernährungsverhalten anzustreben.
Eine abwechslungsreiche Ernährung ist einfach umzusetzen und weitaus günstiger als eine Nahrungsergänzung in Tablettenform. Hauptbestandteil der Mahlzeiten sollten Brot und Getreideprodukte, möglichst aus vollem Korn, sowie Kartoffeln, Gemüse und Obst bilden. Wichtig sind auch Milch und fettarme Milchprodukte. Fleisch, Fisch und Eier sind eher als Beilagen einzusetzen. Sparsam zu verwenden sind Streichfette und Öle.
Süßigkeiten sind in Maßen erlaubt. Spezielle Kinderlebensmittel mit zugesetzten Vitaminen und Calcium sind unnötig.
Wer das Lern- und Leistungsvermögen seines Kindes verbessern will sollte auf eine optimale Flüssigkeitsversorgung anstatt auf bunte Pillen setzten. Schulkinder, die weniger trinken, sind nachweislich häufiger müde, weniger aufmerksam und neigen zu Hör- und Sehstörungen. Geeignete Durstlöscher sind Leitungs- und Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees und Saftschorlen. Kalorienreiche Getränke wie koffeinhaltige Getränke, Limonaden, Fruchtnektare und Milchgetränke sind dagegen ungeeignet.
Ein Informationsblatt zum Thema kann gegen Einsendung eines mit 0,55 Euro frankierten länglichen Rückumschlages in der Verbraucherzentrale Berlin angefordert werden.
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