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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Berlin

07.05.2009
Abwrackprämie führt zum Desaster
Wieder einmal ist der Verbraucher der Dumme

Neuesten Berichten zufolge sind derzeit noch rund eine Million Anträge auf die Abwrackprämie in der Warteschleife. Die Bundesregierung rechnet insgesamt mit zwei Millionen Anträgen. Nach Verlautbarungen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) wurde die Anzahl der Sachbearbeiter auf 120 aufgestockt.

Das hört sich zunächst einmal beruhigend an, doch wer genau nachrechnet, dem kommt schnell das blanke Entsetzen: Rein rechnerisch entfallen damit auf jeden Sachbearbeiter 16.666 Anträge. Wenn kontinuierlich vier Anträge pro Stunde begutachtet werden, ergibt sich eine Zeit von rund 26 Monaten, um alle Anträge abzuarbeiten!

Während die Verbraucherzentrale noch im Januar mahnte, nur Verträge abzuschließen, bei denen der Händler die Prämien garantiert, also in den Endpreis eingerechnet hat, lässt sich heute kaum noch ein Händler auf solche Zusagen ein.

Bei Zigtausenden von Autokaufverträgen, die "auf Kante" finanziert sind, droht damit der Kollaps, wenn das neue Auto geliefert wird und der Verkäufer auf Bezahlung des vollen Kaufpreises ohne Verzögerung besteht. Der Staat verzichtet selbstverständlich auch nicht auf die Umsatzsteuer.

Die Verbraucherzentrale ist empört über die Flickschustereien rund um die Abwrackprämie. "Das ist ein geschickt eingefädeltes Konjunkturprogramm zulasten der Verbraucher", so Bernd Ruschinzik, Jurist bei der Verbraucherzentrale Berlin, "hier ist dringender Handlungsbedarf seitens der Verantwortlichen der Abwrackprämie geboten."

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Berlin e.V., Hardenbergplatz 2 , 10623 Berlin
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-berlin.de/link564671A.html