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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Berlin

09.07.2009
"Steuerfrei – und das mit einem sehr guten Zinssatz"
Dubiose Anbieter nutzen Finanzmarktkrise

Viele Verbraucher erhielten in den letzten Tagen eine E-Mail mit dem verlockenden Angebot, ihr Geld steuerfrei und mit einem guten Zinssatz über einen Zeitraum von zehn Jahren anzulegen. Entweder werden die Zinsen – immerhin stolze 15 Prozent pro Jahr – alle zwölf Monate ausgezahlt oder sie werden wieder angelegt, so dass eine Einlage von 10.000 Euro zu einem stattlichen Betrag von 40.455,58 Euro anwächst.
Es handelt sich, so Dr. Peter Lischke, Finanzberater der Verbraucherzentrale Berlin, um ein typisches Angebot aus dem "Grauen Kapitalmarkt". Darunter versteht man den nicht durch Rechtsvorschriften und Behörden kontrollierten Geldanlagemarkt.
"Das Kapital soll in ein Unternehmen investiert werden, das sich mit Wohn- und Gewerbeimmobilien beschäftigt. Mehr an Informationen gibt es aber nicht und natürlich auch keine Angaben, wie denn nun die 15 Prozent Zinsen tatsächlich erwirtschaftet werden."
In derselben Mail werden die Banken heftig dafür kritisiert, dass sie im Moment gar nicht daran interessiert seien, Kredite auszureichen, obwohl sie zurzeit besonders günstig Geld von der Europäischen Zentralbank leihen könnten. Die Kreditzinsen hätten sie kaum gesenkt, bei Geldanlagen seien die Leitzinssenkungen aber sofort berücksichtigt worden, heißt es.
"Auch wenn die Kritik an den Banken ob ihrer Zinspolitik durchaus berechtigt ist", so Lischke, "sind solche Angebote wahrlich keine Lösung in der gegenwärtigen Krisensituation. Sie zeigen aber, dass es dringend geboten ist, den Grauen Kapitalmarkt in Deutschland endlich wirksam zu bekämpfen – wie auch am 1. Juli in einer Expertenanhörung im Deutschen Bundestag diskutiert."
Am besten lässt man generell alle Geldanlageverträge vor der Unterzeichnung durch die Verbraucherzentrale prüfen. Aber bei Produkten des Grauen Kapitalmarkts ist doppelte Vorsicht geboten, denn hier drohen unüberschaubare Risiken.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Berlin e.V., Hardenbergplatz 2 , 10623 Berlin
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-berlin.de/link582471A.html