Die Fakten sind zwar bekannt, stoßen sich aber hart im Raum mit den Empfehlungen zum Fischverzehr von ein bis zwei Mahlzeiten pro Woche. Nachhaltige Fischerei heißt deshalb das Gebot der Stunde.
"Gerade der Meeresfisch versorgt den Menschen mit hochwertigem Eiweiß, wertvollen Fettsäuren, Vitaminen, Jod und weiteren Mineralstoffen und Spurenelementen", so Christoph Römer von der Verbraucherzentrale Berlin. Damit die Quelle für dieses gesunde Lebensmittel nicht versiegt, bedarf es großer Anstrengungen. Gefragt sind Politik und Fischereiwirtschaft, hängt doch gerade für letztere das Überleben von einer nachhaltigen Fischerei ab.
"Nachhaltige Fischerei" bedeutet, dass den Meeren nur soviel Fisch entnommen werden darf, wie auch wieder nachwachsen kann und die negativen Auswirkungen auf das Ökosystem minimiert werden. Aber wie können Verbraucher erkennen, welcher Fisch diesem Anspruch gerecht wird?
Seit 2002 ist zwar die Kennzeichnung des Fanggebietes und der Produktionsmethode vorgeschrieben, doch welcher Fischfreund weiß schon, ob der Bestand des Lachses im Atlantik oder eher im Pazifik gefährdet ist. Da empfiehlt es sich, nach einem anerkannten Siegel Ausschau zu halten.
Die internationale, unabhängige Organisation "Marine Stewardship Council", kurz MSC, hat einen Umweltstandard für nachhaltig geführte Fischereibetriebe entwickelt und vergibt dafür das blaue Siegel mit einem stilisierten Fisch. Damit der Verbraucher besser erkennen kann, was dieses Siegel bedeutet, wird zukünftig noch ein Hinweis auf nachhaltige Fischerei darauf zu lesen sein.
Wer sich nicht allein auf das zufällige Auffinden verlassen will, findet im Internet unter
www.msc.org/de/produkte/germany eine umfangreiche Liste mit Geschäften und den dort erhältlichen Produkten mit dem MSC-Siegel. Für Zuchtfisch gibt es das Siegel allerdings nicht. Die Aquakultur, aus der inzwischen jeder dritte Speisefisch stammt, bietet eine weitere Möglichkeit den Bedarf zu decken. Sie kommt jedoch auch mit Problemen, wie einem oft zu dichten Besatz, mit großem Futterbedarf und häufigem Medikamenteneinsatz, daher.
Eine Alternative könnte die Bio-Aquakultur werden. Nachdem jahrelang nur ein Fischangebot mit Bio-Siegel von Naturland angeboten wurde, gibt es demnächst erstmals eine europaweit gültige Regelung, die jedoch weniger anspruchsvoll ist, nur auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner zustande kam und noch stark verbesserungsbedürftig ist.
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