Glühlampen produzieren eigentlich fast nur heiße Luft, denn lediglich fünf Prozent der verbrauchten Energie werden in Licht umgewandelt. Zu Recht wird nun das Ende ihrer Ära eingeläutet. Doch kurz vor Einführung der energiesparenden Lampen mehren sich Zweifel an ihrer gesundheitlichen Unbedenklichkeit, und es stellt sich die Frage, ob die neuen "Birnen" wirklich ausgereift sind.
Anfang September wird der Herstellung von matten Glühlampen und Glühlampen ab 100 Watt das Licht ausgeknipst; danach sollen in einem Stufenplan die anderen Glühlampen vom Markt verschwinden. An ihrer Stelle werden laut EU-Richtlinie Sparlampen leuchten, die eine Reihe von ökologischen und finanziellen Vorteilen mit sich bringen: Würden die deutschen Haushalte nur 60 Prozent der Lampen gegen Energiesparlampen austauschen, reduzierte sich der jährliche CO2-Ausstoß um 4,5 Millionen Tonnen. Auch beim Blick auf die Finanzen strahlt mancher Verbraucher vor Freude: Ersetzt ein Haushalt mit drei bis vier Personen Glühlampen durch qualitativ gute Energiesparlampen, schmilzt die Stromrechnung um etwa 160 Euro pro Jahr.
Doch sind die neuen Leuchtmittel gesundheitlich unbedenklich? In den letzten Tagen warnten Mediziner vor erheblichen Risiken, die mit ihrem Einsatz in Verbindung stehen könnten: So sei die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Osteoporose, Diabetes, Nerven- und Hormonstörungen erheblich.
Außerdem enthalten sie Quecksilber, das Leber und Nieren schädigen kann und vor allem für Schwangere, Kinder und Haustiere gefährlich ist. Wenn eine Lampe zerbricht, sollte man den Raum für mindestens 15 Minuten verlassen und für gute Durchlüftung sorgen.
Aufgrund dieser Gefahren fordert Ulrich Kleemann, Energieberater der Verbraucherzentrale Berlin, die flächendeckende Einführung der Energiesparlampen bis zum Beweis ihrer vollkommenen Unbedenklichkeit auszusetzen. Die Verbraucherzentrale ist der Meinung, dass der Senat sich bei der Bundesregierung dementsprechend einzusetzen hat. "Das gigantische Sparpotenzial dieser Leuchtmittel und die beträchtliche Verringerung des CO2-Ausstoßes zählen gar nichts, wenn auch nur der leiseste Verdacht besteht, dass mit ihrem Einsatz gesundheitliche Gefahren einhergehen."
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