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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Berlin

13.01.2010
Grüne Woche: Rote Karte für Kurzschlusskäufe

Am Freitag ist es wieder so weit: Die Grüne Woche öffnet ihre Pforten für das Publikum. Zehn Tage lang präsentieren die Aussteller ihre Produkte. So innovativ und überzeugend diese auch sein mögen: Vor spontanen größeren Käufen sei gewarnt.

Im letzten Jahr begaben sich über 400.000 Besucher auf die längste Schlemmermeile der Welt. Sie probierten Leckerbissen und Getränke aus allen fünf Kontinenten. Manch einer begnügte sich aber nicht mit den kulinarischen Genüssen vor Ort, sondern bestellte beispielsweise einen zuvor verkosteten Wein gleich kistenweise. Oder er zeigte sich von Küchengeräten, -einrichtungen und Haushaltstechnik derart beeindruckt, dass er ein Neugerät kaufte. Rund 41 Millionen Euro gingen insgesamt über den Tresen; in diesem Jahr wird es sich trotz Wirtschaftskrise ähnlich verhalten. Bevor Sie jedoch – unter Umständen leicht beseelt von einem oder mehreren exotischen Drinks – einen Vertrag unterzeichnen, sollten Sie sich ein paar nüchterne Gedanken machen:

  • Wer auf Messen übereilt Verträge schließt, hat schlechte Karten: Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist die Grüne Woche keine Freizeit-, sondern eine Verkaufsveranstaltung. Die Möglichkeit des kostenlosen Widerrufs gibt es hier nicht. Ein Vertragsrücktritt kostet Geld, oftmals mehr als 20 bis 25 Prozent der Kaufsumme.
  • Viele Messeprodukte sind exakt identisch oder sehr ähnlich im Handel zu finden, meist aber zu günstigeren Preisen. Vergleiche lohnen sich immer. In die Berechnungen sollte immer auch der Eintritt einbezogen werden.
  • Nicht von Werbeslogans wie "Messeneuheit", "Messepreis" oder "einmaliges Angebot" ködern lassen. Diese Slogans sagen nichts über das Produkt und die Angemessenheit des Preises, über Qualität und Handhabung aus.
  • Bedenken Sie: Auch Waren, die auf einer Verkaufsmesse angeboten werden, müssen nach der Preisangabenverordnung mit Preisen versehen sein.

Übrigens: Die Verbraucherzentrale informiert in Halle 23 a im Rahmen der Sonderschau des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter dem Motto "Hier wächst Zukunft – Innovation und Vielfalt für mehr Lebensqualität" rund um Lebensmittel und Lebensmittelimitate.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Berlin e.V., Hardenbergplatz 2 , 10623 Berlin
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-berlin.de/link662891A.html