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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Berlin

08.06.2010
Lebensmittelhygiene – Schutz vor bösen Überraschungen

Jedes Jahr werden in Deutschland über 200.000 Erkrankungen gemeldet, die auf den Verzehr verdorbener Lebensmittel zurückzuführen sind. Die Dunkelziffer wird um ein mindestens 10-faches höher geschätzt. Das Risiko für Lebensmittelinfektionen steigt in der warmen Jahreszeit an. Die Palette der Symptome reicht von einer leichten Übelkeit über schweren Brechdurchfall bis hin zum Tod durch Stillstand des Atemsystems.

Die Hauptquellen für Infektionen sind rohe tierische Produkte, wie Fleisch – insbesondere Geflügel, Fisch und andere Meerestiere sowie Eier. Sie können zu Durchfallerkrankungen führen, die beispielsweise durch Salmonella- oder Campylobacter-Bakterien ausgelöst werden. Das geschieht vor allem dann, wenn bei der Zubereitung roh gegessene Lebensmittel von riskanten Lebensmitteln nicht getrennt werden. Ein typisches Beispiel ist das Waschen von Salat, nachdem im gleichen Becken ein Hähnchen abgespült wurde.
Aber auch Produkte, die vor dem Verzehr nicht mehr erhitzt werden, wie zum Beispiel Käse, (vorgeschnittene) Salate, Räucherfisch oder Wurstwaren, können stark verkeimt sein. Untersuchungen belegen immer wieder, dass zum Ende der Mindesthaltbarkeit viele Lebensmittel verdorben sind. Deshalb müssen die Hersteller nach Auffassung der Berliner Verbraucherzentrale gute Hygienestandards auf allen Verarbeitungsstufen umsetzen und die Mindesthaltbarkeitsfristen kürzer setzen.

Nicht nur bakterielle Infektionen stellen eine potentielle Gefahr da, auch verschiedene Schimmelpilzarten bergen ein hohes gesundheitliches Risiko. Einige Schimmelpilze bilden Gifte, die durch Erhitzung nicht zerstört werden und die Krebs auslösen können. So gilt das Pilzgift Aflatoxin B 1 als die am stärksten Krebs auslösende pflanzliche Substanz. Der Pilz kommt zum Beispiel in Nüssen, Feigen, Leber und Getreide vor.

Besonders für Risikogruppen wie Kinder, Schwangere, Senioren oder Menschen mit einem schlechten Immunsystem ist es wichtig, dass Speisen mit größter Sorgfalt zubereitet werden.

Tipps der Verbraucherzentrale Berlin:
• Gekühlte bzw. tiefgekühlte Lebensmittel schnellstmöglich nach Hause transportieren.
• Der Verzehr von rohen Eiern, z. B. in Desserts, oder von rohem Hackfleisch ist immer mit einem Risiko verbunden – beides besser nur gegart verzehren.
• Rohes Fleisch, insbesondere Geflügel, nicht mit anderen Lebensmitteln zusammen zubereiten; Arbeitsflächen und Spülbecken gründlich reinigen, Spüllappen oft wechseln.
• Inhalte von unter Druck stehenden Konserven oder Gläsern auf keinen Fall verzehren: Gefahr von Botulismus, einer potentiell tödlich verlaufenden Vergiftung durch Bakterien.
• An- oder aufgetaute Eiscreme nicht wieder einfrieren; Keime, z. B. Salmonellen, können sich stark vermehrt haben und werden durch Wiedereinfrieren nicht abgetötet.
• Mindesthaltbarkeits- oder Aufbrauchsfristen bei tierischen Lebensmitteln, die in Folie verpackt sind, nicht bis zum Ende ausreizen. Achtung: die angegebenen Daten gelten grundsätzlich nur für die ungeöffnete Verpackung.
• Lebensmittel, die nicht mehr einwandfrei aussehen, riechen oder schmecken, lieber wegwerfen; das gilt besonders für tierische Produkte und Nüsse.



Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Berlin e.V., Hardenbergplatz 2 , 10623 Berlin
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-berlin.de/link745891A.html