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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Berlin

29.09.2010
Immer wieder neu aufgewärmt: Kaffeefahrten

Mit der Aussicht auf die Auszahlung eines fetten Geldgewinns im Rahmen eines köstlichen Mittagessens locken Anbieter von Kaffeefahrten üblicherweise ihre Klientel. Vermeintliche Glückpilze freuen sich auf vierstellige Summen und nehmen bisweilen gleich mehrere Tragetaschen zum Termin mit: Denn neben finanziellen Leckereien wird bisweilen sogar ein halbes Schwein zum Mitnehmen versprochen.

Saukomisch sind Kaffeefahrten zumeist aber überhaupt nicht. Immer wieder berichten angebliche Gewinner, sie seien zu einer mehrstündigen Verkaufsveranstaltung gefahren worden, wo sie mit teilweise aggressiven Methoden – zum Beispiel werden manchmal Verbraucher in kleinen Gruppen in ein separates Zimmer geführt, dessen Ausgang durch einen Mitarbeiter versperrt wird – bearbeitet werden, Produkte zu vollkommen überteuerten Preisen zu kaufen.

Von der Veranstalterseite aus ist plötzlich nicht mehr die Rede von der Auszahlung des Gewinns: Entweder heißt es, der Geldbetrag würde beim Kauf eines auf der Kaffeefahrt angebotenen Produktes verrechnet, oder der angebliche Hauptgewinn ist nur eine Nominierung, oder aber es wird ein kleiner Betrag unter allen Teilnehmern aufgeteilt.

Gleich aber ist fast immer, dass die Verbraucher nicht reich beschenkt werden, sondern dass ihnen das Geld aus der Tasche gezogen wird. So zahlte kürzlich ein Berliner Verbraucher für Produkte, die nicht einmal näher beschrieben wurden (1 x Pandabär, 1 x LCD, 2 x Kamera, 2 x Luxusvitaminkur) sage und schreibe 3.000 Euro.

Da auf dem Kaufvertrag weder Name noch Adresse angegeben sind, fällt die Strafverfolgung schwer. Trotzdem gelangt die Polizei manchmal aufgrund der vorher verschickten Gewinnmitteilung auf die richtige Fährte zu den Betrügern.

Einen praktischen Tipp schon im Vorfeld hat Susanne Nowarra von der Verbraucherzentrale Berlin parat: "Wenn Verbraucher zwar den Verdacht haben, dass sie auf eine Kaffeefahrt gelockt werden sollen, aber trotzdem daran teilnehmen möchten, sollten sie auf jeden Fall sämtliche Kreditkarten zu Hause lassen und an Bargeld nur einen Notgroschen mitnehmen."

Weitere Ratschläge finden sich in dem Flyer "Kaffeefahrten", der kostenlos in der Verbraucherzentrale Berlin erhältlich ist.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Berlin e.V., Hardenbergplatz 2 , 10623 Berlin
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-berlin.de/link790931A.html